Tu dir was Gutes

Die Vorbereitung auf den Rauchverzicht steht heute unter dem Motto “Gönn’ dir was für diese vernünftige Entscheidung”

Ja, rauchen ist ungesund, stinkt und frisst dein Geld, aber es hat dir auch viel zu bieten: Entspannung, Zeitvertreib, Geselligkeit, Anregung, eine kleine Pause, Gelassenheit, Genuss. Deshalb belohne dich dafür, dass du aufs Rauchen verzichtest. Klar klar, jetzt sagst du: “Hä, aber mit dem Rauchverzicht tue ich mir doch schon was Gutes.” So ist es und dein Hirn weiß das auch, aber der Bauch fühlt sich wie ein kleines Kind, dem man gerade den Lutscher aus dem Mund gerissen hat und weint und jammert. Mit dem Verzicht auf die Zigarette hat man das Gefühl, ständig bestraft zu werden “Ich rauche nicht … ich rauche nicht … ich rauche nicht” und dabei wäre so eine Zigarette doch grad so schön.

Also überlege dir, was dein Lutscher fürs Nichtrauchen sein kann! Das kann ein Ausflug sein oder ein besonderer Kaffee für einen Tag ohne Zigarette, eine CD, ein Buch oder ein Kinobesuch nach der ersten rauchfreien Woche, ein Wellness-Besuch oder eine Grillparty nach dem ersten Monat ohne Zigarette, ein Fahrrad oder eine Urlaubsreise nach einem rauchfreien Jahr … naja, wollen wir nicht zuweit vorausgreifen. Auf jeden Fall ist auch wieder Kreativität gefragt und die Bereitschaft, sich etwas Gutes zu tun.

Nikotinpflaster, -kaugummi und co.

Noch 5 Tage …

… bis zum Welt-Nichtrauchertag!!!

Unser Thema heute: Nikotinersatzpräparate

Es gibt Nikotinpflaster, Nikotinkaugummi, Nikotinlutschtabletten und Nikotin-Nasenspray. Das Nasenspray ist in Deutschland nicht erhältlich, weil es ein hohes Suchpotenzial hat.

Macht es Sinn, solche Präparate zu verwenden?

Kommt drauf an!

Wenn du nur am Welt-Nichtrauchertag das Nichtrauchen ausprobieren willst, dann natürlich nicht.

Wenn du aber dauerhaft und endgültig Nichtraucherin werden willst, kannst so ein Nikotinersatz durchaus hilfreich sein …
Du kannst es zunächst ohne versuchen. Und erst, wenn du massive Entzugssymptome spürst, gibts du deinem Körper das Nikotin in Ersatzform für die ersten Wochen.
Entzugssymptome können sein, starkes, nicht nachlassendes Rauchverlangen, Reizbarkeit, Unruhe, Frustration, Ärger, Ängstlichkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, gesteigerter Appetit oder starke Gewichtszunahme.

Du kannst auch abschätzen, wie stark deine Abhängigkeit ist. Dazu kannst du den Fagerströmtest machen. Den findest du hier: http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/Fagerstroem.html
Ab “starker Abhängigkeit” empfiehlt sich ein Nikotinersatzpräparat.

Für die, die den Test nicht machen wollen:
Starke körperliche Abhängigkeit besteht dann,
wenn morgens die erste Zigarette extrem wichtig ist,
wenn diese sehr schnell nach dem Aufstehen geraucht wird,
wenn es einem schwer fällt bei Rauchverbot auf die Zigarette zu verzichten,
wenn du trotz Krankheit rauchst,
wenn du viele Zigaretten pro Tag rauchst (ab 11 Stück).

WAS ist dann am besten?

Ich würde das Nikotinpflaster empfehlen, weil es kein eigenes Suchtpotenzial besitzt. Und wie heißt es so schön: “Fragen Sie Ihren Apotheker!”

WICHTIG !!!! Egal welches Präparat du nimmst, es hilft nur, wenn du es nach Anleitung nimmst.

ÜBRIGENS: Die E-Zigarette ist kein Nikotinersatzpräparat. Zur Rauchentwöhnung ist sie absolut ungeeignet. Sie ist nur eine andere Form des Rauchens.

Die Gewohnheitszigarette

Solange alles läuft, wie immer, bemerkst du diese Gewohnheitszigaretten kaum. Erst wenn du sie nicht rauchen willst, wie z.B. am 31. Mai, dann schaltet dein Hirn von Automatikmodus auf wach und fragt: “Was ist los? Wo bleibt die Zigarette? Ich will Nikotin!” Nun kannst du darauf hoffen, dass dir dann schon etwas einfallen wird oder du diese Situation mit viel Willenskraft überstehst. Ist aber schwierig, weil dein Hirn ‘jetzt rauchen will’ und dieser Gedanke immer mehr Platz einnimmt und anderen kaum noch Platz lässt. Helfen kann es, sich vorzubereiten. Beobachte dich eine Zeit lang beim Rauchen, um deine Gewohnheitszigaretten zu erkennen. Und dann kannst du…
1) Die eingespielte Situation ändern, damit das automatische ‘Rauchprogramm’ gar nicht erst startet. Zum Beispiel morgens keinen Kaffee trinken, sondern Tee, sich nicht auf den üblichen Platz setzen, sondern auf einen anderen … Dabei ist Kreativität gefragt. Hat den positiven Nebeneffekt, dass du allgemein aus deinen Alltagsroutinen herauskommst.
2) Die Rauchauslöser meiden. Also z.B. morgens gar keine Kaffee, den Wecker später stellen, nur fix zack zack unter die Dusche und ab zur Arbeit … Hier ist darauf zu achten, sich nun nicht alles zu verbieten und damit für das Nichtrauchen zu bestrafen. Das ginge nach hinten los.
3) Einen Ersatz für die Zigarette suchen. Zum Beispiel für das Warten an der Bushaltestelle eine Buch mitnehmen, bei der langweiligen Autofahrt ein Hörbuch einlegen, anstelle der Zigarette mit den Kumpels einen Kaugummi kauen, in der kurzen Rauchpause einen leckeren Tee trinken. Also auch hier ist Kreativität gefragt.

VIEL SPASS BEIM IDEEN SAMMELN !!!

Rauchen?

Warum tust du das eigentlich?

Kann man doch mal fragen …

Und die Psychologin hat darauf drei Antworten:

1) Gewohnheit
Einige Zigaretten am Tag rauchst du einfach nur so weg, weil du es genau so seit Jahren oder Jahrzehnten machst. Wenn du dir jeden Morgen nach dem Aufstehen deinen Kaffee kochst und dazu die erste Zigarette rauchst, hat sich dein Körper nach ein paar Wochen an diesen Ablauf gewöhnt und ein Programm angelegt. Dieses Programm läuft dann bald automatisch ab: Aufstehen – Kaffee – Zigarette. Darüber musst du gar nicht mehr nachdenken, das macht dein Körper fast von allein. Allerdings wird er dann auch unruhig, wenn du dich auf einmal entscheidest ‘heute keine Zigarette’. Für diese automatischen Programme gibt es immer ‘Auslöser’. Das kann morgens der Kaffee sein, das können andere Raucher sein, das kann das aufgegessene Mittagessen sein, das kann das Bierchen abends sein, das kann das Warten an der Bushaltestelle sein …

2) Sucht
Im Gehirn verändern sich Nervenzellen, um mit dem Ansturm an Nikotin fertig zu werden. Diese Nervenzellen brauchen dann aber auch regelmäßig eine bestimmte Menge an Nikotin (oder eines sehr ähnlichen Ersatzstoffes). Bekommen sie dies nicht, kann es zu Entzugssymptomen wie Unruhe, Schlafstörungen oder Konzentrationsschwierigkeiten kommen. Solche Entzugssymptome beobachen Ex-Raucherinnen im Schnitt über 2 – 6 Wochen mit abnehmender Häufigkeit und Schwere. Manche merken sie aber auch gar nicht.

3) Positive Folgen
Du rauchst, weil du etwas davon hast, z.B. eine kurze Pause und Entspannung, Geselligkeit mit anderen Rauchern, Sicherheit, weil du dich an irgendwas festhalten kannst, das Gefühl von Freiheit, weil du etwas Unvernünftiges tust, die Zeit vergeht schneller, wenn du auf etwas wartest usw. … Diese positiven Folgen sind sehr subjektiv und in Hinblick auf die langfristigen negativen Folgen, die eintreten können, eigentlich lächerlich … aber psychologisch sind sie eben entscheidend, weil sie sofort eintreten. Nun ist es auch noch so, dass du dir vor dem Rauchen der nächsten Zigarette viel mehr von dieser Zigarette versprichst als sie dir dann tatsächlich bringt. Und sehr oft ist die positive Wirkung nichts weiter als das Stillen des Verlangens nach Nikotin.

Noch 18 Tage …

… bis zum Welt-Nichtrauchertag !!!

Nun hatten die Raucherinnen und Raucher schon ein paar Tage Zeit, sich mit dem Gedanken anzufreunden, den 31. Mai ohne Zigarette zu meistern. Und? Wahrscheinlich hat die Idee jetzt schon ein wenig an Schrecken verloren, oder?

Eine Möglichkeit, sich auf Rauchfreiheit vorzubereiten, ist es, die Sache mal systematisch anzugehen. Wie viele Zigaretten sind denn eigentlich am 31. Mai nicht zu rauchen? Also, wie viele Zigaretten genau rauchst du jeden Tag? Dazu empfiehlt es sich, eine Strichliste zu führen. Diese wird direkt bei den Zigaretten aufgewahrt und vor – ja genau VOR – dem Anzünden jeder Zigarette – ja genau JEDER Zigarette – wird ein Strich gemacht. Da der 31. Mai ein Freitag ist, wäre es für diesen Zweck am besten, die Liste an einem Freitag zu führen. Interessanter ist es natürlich, das für mehrere Tage zu machen. Was soll die Liste bringen? Das sag ich nicht. Du wirst es sehen :)

Welt-Nichtrauchertag

Am 31. Mai ist nicht nur der Geburtstag von Marco Reus, Colin Farrell, John Bonham und Karin Tietze-Ludwig, es ist auch der Welt-Nichtrauchertag. Dabei ist für die Nichtraucher doch jeden Tag Nichtrauchertag. Eine Herausforderung ist es nur für die, die an 364 Tagen des Jahres rauchen.
Also, liebe Raucherinnen und Raucher, macht euch schon mal Gedanken, wie ihr den 31. Mai ohne rauchen ‘übersteht’! In Kürze gibts ein paar Anregungen dazu.